Was ist Mobbing?

Mobbing beschreibt wiederholte, systematische schikanöse, ausgrenzende oder demütigende Verhaltensweisen, die über einen längeren Zeitraum gegen eine Person gerichtet sind. In der Schule betrifft es häufig Schüler*innen, kann aber auch Lehrkräfte oder Eltern indirekt belasten. Mobbing kann verbal, sozial oder körperlich erfolgen – zunehmend auch digital als Cybermobbing.
Mobbing ist keine „normale Konfliktsituation“, sondern eine Form von psychischer Gewalt, die erhebliche Folgen für Betroffene haben kann.

Warum ist das Thema wichtig?

Studien zeigen, dass ein signifikanter Teil der Schüler*innen Erfahrungen mit Mobbing macht. Schon einmalige Vorfälle können das Selbstwertgefühl, die schulische Leistung und das psychische Wohlbefinden gefährden. Präventive und akute Unterstützungsangebote sind deshalb entscheidend, damit Betroffene nicht allein gelassen werden.


Soforthilfe und Anlaufstellen

Wenn du selbst oder dein Kind von Mobbing betroffen ist, gibt es konkrete Anlaufstellen, die kostenlose und anonyme Hilfe bieten – sowohl telefonisch als auch online:

Direkte Hilfe – Telefonnummern

  • Kinder- und Jugendtelefon: 0800 111 0333

  • Elterntelefon: 0800 111 0550

  • Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 111 0 111

  • Telefonseelsorge (katholisch): 0800 111 0 222

  • Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (inkl. Mobbing-Information): Online und telefonisch verfügbar

  • „Nummer gegen Kummer“ (Österreich): 0800 567 567

  • „Rat auf Draht“ (Österreich/Schweiz): 147 für Handy & Festnetz

Diese und weitere Hilfeangebote sind auf der Unterstützungsseite von Stoppt Mobbing! zusammengefasst:
➡️ https://www.stoppt-mobbing.de/hilfe/ („Hilfe“ mit Telefonlisten und Orientierung)


Wer kann was tun?

Für betroffene Schüler*innen

  • Sprich mit einer vertrauten Person (Eltern, Freund*innen, Lehrkraft).

  • Dokumentiere Vorfälle (Datum, Uhrzeit, Beteiligte).

  • Ziehe externe Beratungsstellen hinzu.

Für Eltern

  • Höre genau zu und biete emotionale Unterstützung.

  • Informiere die Schule und bestehe auf klare Schritte zur Intervention.

  • Nutze externe Hilfe, wenn die Schule nicht ausreichend reagiert.

Für Lehrkräfte und Schulen

  • Erkenne Mobbing nicht als „normale Streitigkeit“.

  • Setze verbindliche Regeln zum respektvollen Umgang.

  • Beziehe Schulsozialarbeit und Schulleitung ein.

  • Implementiere Präventionsprogramme, um das Schulklima zu verbessern.


Prävention – Mobbing vorbeugen

Ein Schulklima, das auf Respekt und Inklusion basiert, reduziert systematisches Mobbing wirksam. Dazu gehören:

  • Sensibilisierung aller Beteiligten (Schüler*innen, Lehrkräfte, Eltern).

  • Regelmäßige Aufarbeitung von Konflikten im Klassenverband.

  • Schulweite Programme zur Gewaltprävention.

  • Klare, transparente Melde- und Eingriffsmöglichkeiten bei Vorfällen.


Wichtige Hinweise

  • Mobbing hat keine „einzige Ursache“. Gruppendynamiken, klassische Rollenverteilungen und unzureichende Interventionen können das Verhalten verstärken.

  • Mobbing aufzudecken ist ein Prozess; Schweigen oder Bagatellisieren verschlimmert die Situation.

  • Reine Ignoranz oder Tolerierung durch Erwachsene fördert, nicht verhindert, weitere Fälle.


Fazit

Mobbing an Schulen ist ein komplexes Phänomen mit ernsten Konsequenzen. Betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen erkennbare Wege zu Unterstützung, Schutz und Intervention. Kostenlose Beratungsangebote, strukturierte Hilfe und eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule und professionellen Stellen sind für eine wirksame Bewältigung zentral.